Teil 4: „Ich wünsche euch nur das Beste damit … aber"

Teil 4: „Ich wünsche euch nur das Beste damit … aber"

Made for the Stands – die Geschichte hinter Casualline · Teil 4

Bis hierhin ging es um Hürden, die im Prozess lagen. Muster, die nicht stimmten und Terminverschiebungen. Womit wir nicht gerechnet hatten, war eine Hürde ganz anderer Art.

Vorweg: Die meisten Reaktionen auf unser Vorhaben waren positiv. Viele haben sich ehrlich mitgefreut, und einige haben von sich aus Hilfe angeboten, ohne dass wir fragen mussten. Dafür sind wir bis heute dankbar.

Trotzdem schwang fast immer diese typisch deutsche Skepsis mit. Nicht offen ablehnend, eher zurückhaltend. Ob das denn wirklich was gibt. Ob man sich das wirklich antun will.

„Ich wünsche euch nur das Beste damit … aber." Das ist unser Lieblingssatz aus dieser Zeit. Alles vor dem Aber kann man sich sparen.

Und dann gab es die Fälle, auf die uns niemand vorbereitet hatte. Über das Thema eigenes Label sind Freundschaften zerbrochen. Nicht mit einem Knall, sondern eher schleichend. Wer kennt das nicht: Man verändert etwas im eigenen Leben und merkt, dass Leute, die man für enge Weggefährten gehalten hat, dieser Veränderung gar nicht so wohlwollend gegenüberstehen. Ich vermute, einige von euch wissen ziemlich genau, wovon ich rede.

Müde geworden sind wir dabei nicht. Wir haben unseren Entschluss verteidigt, wieder und wieder.

Das Argument dafür liegt auf der Hand, wenn man sich den Markt anschaut. Casual-Marken, die hier getragen werden, kommen fast ausschließlich aus England und Italien. Deutsche Marken findet man in diesem Qualitäts- und Preissegment praktisch nicht. Genau in diese Lücke werden wir einrücken.

Womit eine Frage aufkam: Ab wann ist eine Marke eigentlich „Casual" im Fußball-Kosmos? Eine feste Definition gibt es nicht. Zurückhaltendes Branding gehört sicher dazu, keine großen Brust-Prints, dazu Material, das seinen Preis rechtfertigt, weil das Teil eben nicht nach einer Saison durch ist.

Entscheiden kann das am Ende aber keine Marke selbst. Die englischen und italienischen Klassiker haben sich nie zu Casual-Marken erklärt, sie wurden auf den Rängen dazu gemacht. Von Leuten, die sie Woche für Woche getragen haben. Ob Casualline diesen Status irgendwann bekommt, liegt also nicht in unserer Hand, sondern in eurer.

Womit wir beim zweiten Dauerthema wären: dem Preis. In der Familie genauso wie im Freundes- und Bekanntenkreis. Warum kostet ein Hoodie so viel. Ob das nicht zu hoch angesetzt ist.

Wir haben es jedes Mal erklärt. Zum einen steckt unser Investment darin, und zwar keins, das man nebenbei aus der Portokasse stemmt. Zum anderen sind wir überzeugt, dass unsere Ansprüche bei der Umsetzung wirklich eingelöst wurden. Die ausgesuchten Stoffe und die Verarbeitung, jedes Detail, um das wir monatelang gerungen haben.

Diese Diskussion hat sich mit der Zeit von selbst erledigt. Je öfter jemand eines der fertigen Teile in der Hand hatte, desto verständnisvoller wurde der Austausch.

Und dann war da noch etwas, das alle Zweifel und alle Diskussionen in den Hintergrund gerückt hat. Mehr als sechzehn unserer Jungs und Mädels haben sich bereit erklärt, uns beim Dreh des Trailers zu unterstützen. Ohne Kompromisse, ohne Wenn und Aber. Wie dankbar wir dafür sind, lässt sich kaum in Worte fassen.

Wie dieser Abend abgelaufen ist, erzählen wir im nächsten und damit vorletzten Teil. Die letzten beiden Teile werden enger getaktet und erscheinen beide noch vor dem Release am 10. August.

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