
Ausgabe I/2025: So starten Deutschlands Fanszenen in die neue Saison
Nach Wochen der Sommerpause hat der Spielbetrieb im deutschen Profifußball wieder Fahrt aufgenommen. Mit dem Anpfiff der ersten Partien kehren auch die bekannten Begleiterscheinungen zurück: volle Ränge, organisierte Unterstützung, aber auch Auseinandersetzungen und kontroverse Debatten. Der Auftakt zeigt bereits, wie unterschiedlich Vereine und Fangruppen mit aktuellen Herausforderungen umgehen – von Dialogformaten bis hin zu gewaltsamen Zwischenfällen.
Begegnung in Sandhausen
Am vergangenen Sonntag trafen der SV Sandhausen und die Stuttgarter Kickers aufeinander. Im Vorfeld der Partie kam es zu einem Zwischenfall zwischen Anhängern beider Vereine. Allerdings nicht in Stuttgart, sondern bereits am Sonntagmorgen vor der Abfahrt in Sandhausen. Ein 17-jähriger Fan aus Sandhausen wurde dabei leicht verletzt, sein Trikot beschädigt. Fünf Männer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Mitgliedertalk bei Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt hat für den 22. August einen Mitgliedertalk angekündigt. Themen sind unter anderem die zukünftige Gestaltung der Nordwestkurve, Organisation von Auswärtsfahrten im internationalen Wettbewerb und die 50+1-Regel.
Mitglieder erhalten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich zu aktuellen Entwicklungen im Verein zu äußern.
50+1-Regel im Mittelpunkt
Die 50+1-Regel bleibt ein zentraler Punkt in der Diskussion um die Struktur des deutschen Profifußballs. Sie legt fest, dass die Mehrheit der Stimmen im Verein verbleibt und nicht vollständig an Investoren übertragen werden darf.
Befürworter sehen darin ein Instrument zur Wahrung der Vereinsidentität, Kritiker verweisen auf mögliche Einschränkungen bei Investitionen. Das Bundeskartellamt hat jüngst eine klare Prüfung der Regel und möglicher Ausnahmeregelungen angemahnt.
Das Bundeskartellamt bestätigt in seiner Bewertung vom 16. Juni 2025, dass die 50+1‑Regel grundsätzlich mit dem Kartellrecht vereinbar ist. Allerdings fordert es Nachbesserungen – insbesondere: das Ende des Bestandsschutzes für Werksklubs wie Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg, verbindlicher und offener Zugang zur Mitgliedschaft in allen Klubs (u. a. mit Blick auf RB Leipzig), sowie klare Strukturen, damit Weisungen des Muttervereins (e.V.) auch umgesetzt werden.
Eintracht Frankfurts Axel Hellmann, auch DFL-Präsidiumsmitglied, äußerte sich zu dieser Entwicklung: Er zeigt sich überrascht, sieht die klaren Vorgaben jedoch als hilfreich an – solange sie verbindlich sind. Gleichzeitig warnt er vor möglichen Fanprotesten, falls die Situation weiter eskaliert.
Ausblick
Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Themen in den Vereinen und Fanszenen an Bedeutung gewinnen. Neben den sportlichen Ergebnissen dürften organisatorische Fragen und strukturelle Entwicklungen im Profifußball weiter im Mittelpunkt stehen.