Ausgabe II/2025: „Verbandsstrafen abschaffen!“ – Fanszenen setzen ein klares Zeichen

Ausgabe II/2025: „Verbandsstrafen abschaffen!“ – Fanszenen setzen ein klares Zeichen

Am vergangenen Wochenende war in vielen Stadien der Republik deutlich zu sehen: Die Fans haben genug von der aktuellen Strafpraxis der Verbände. Unter dem Motto „Verbandsstrafen abschaffen!“ formierten sich deutschlandweit zahlreiche Szenen, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Mit Bannern, Spruchbändern und Aktionen wurde das Thema präsent gemacht – und wieder einmal unterstrichen, dass es den Fans um mehr geht als nur um die 90 Minuten auf dem Platz.

(https://www.horda-azzuro.de/cms/?p=44943, Februar 2025)

Worum geht es?

Seit Jahren verhängen Verbände hohe Geldstrafen gegen Vereine, wenn in den Kurven Pyrotechnik gezündet oder andere unerwünschte Aktionen stattfinden. Das Problem: Diese Strafen treffen fast ausschließlich die Vereine – unabhängig davon, ob sie eine realistische Möglichkeit haben, die Aktionen zu verhindern oder nicht. Damit werden Millionenbeträge aus dem Fußball abgezogen, die eigentlich in die Vereinsarbeit, den Nachwuchs oder die Infrastruktur fließen könnten.

Viele Fanszenen kritisieren außerdem, dass es sich um Kollektivstrafen handelt, die ganze Vereine und damit auch unschuldige Anhänger treffen. Hinzu kommt die Intransparenz der Strafpraxis: Warum eine Choreo in einem Fall mit 50.000 € und in einem anderen Fall mit 150.000 € belegt wird, bleibt oft völlig unklar.

Der gemeinsame Protest

Am Wochenende traten zahlreiche Szenen auf den Plan – und das ligaübergreifend. Ob in der Bundesliga, 2. Liga, 3. Liga oder Regionalliga: Überall tauchten Banner mit der klaren Botschaft auf. Besonders bemerkenswert war, dass sich rivalisierende Fangruppen zusammenschlossen und gemeinsam für das gleiche Ziel eintraten.

(https://supporters-paderborn.de/2025/08/22/verbandsstrafen-abschaffen/ 22.08.2025)

Die zentrale Botschaft:

  • Keine Strafen für nicht-missbräuchliche Pyrotechnik

  • Keine pauschalen Kollektivstrafen gegen ganze Vereine

  • Mehr Transparenz und Dialog statt willkürlicher Sanktionen

Warum dieser Protest wichtig ist

Für viele Vereine sind die Strafen längst eine existenzielle Belastung geworden. Kleinere Klubs müssen teils sechsstellige Summen bezahlen – Geld, das am Ende für den Spielbetrieb oder die Jugendarbeit fehlt. Aber auch sportlich sorgt die Praxis für Probleme: Mit Lizenzauflagen und Strafandrohungen geraten Vereine immer stärker unter Druck, was das Verhältnis zwischen Fans, Vereinsführung und Verband zusätzlich belastet.

Zudem geht es den Fans um ein grundsätzliches Signal: Fußball lebt von Emotionen, Kreativität und Subkultur. Wer diese Ausdrucksformen pauschal mit Geldstrafen bekämpft, zerstört langfristig einen Teil der Fankultur, die den deutschen Fußball einzigartig macht.

Ausblick

Die Aktionsspieltage haben gezeigt, dass es eine breite, solidarische Front gegen Verbandsstrafen gibt. Jetzt liegt es an den Verbänden, ob sie den Dialog suchen – oder ob sie weiter versuchen, mit Druck und Strafen vorzugehen. Klar ist: Die Fanszenen haben bewiesen, dass sie sich nicht spalten lassen und dass sie auch künftig ihre Stimme erheben werden.

Fazit

Die Botschaft vom Wochenende ist deutlich: Verbandsstrafen abschaffen!
Der Fußball gehört den Menschen auf den Rängen, nicht den Funktionären in den Gremien. Solange die Praxis der pauschalen Geldstrafen weitergeht, werden die Fanszenen geschlossen dagegen auftreten – mit Kreativität, Leidenschaft und klarer Haltung.

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